Barcamp Graz 2010

Pfu, gerade zurück vom Barcamp Graz 2010, dem (wenn ich mich nicht stark täusche) ersten Combo-Barcamp in Österreich: Ein Barcamp über Wissensmanagement, eines über Design, eines über Politik, eines über iPhone-Entwicklung und alle zusammen unter einem Dach: dem des Wilden Mannes in der Jakoministraße.


Erster Tag: Wissenscamp

Am ersten Tag bin ich eigentlich irgendwie nur zu genau einem Vortrag gekommen: “Verzeichnishierarchien funktionieren nicht”. Hier hat Karl Voit vom IST der TU-Graz in den Raum geworfen, dass die klassischen Verzeichnishierarchien für private Daten nicht wirklich ausreichend sind und das Ganze mehr Kontext-abhängig z.B. über Tags oder andere Formen der Annotation abgebildet werden sollte. Das Problem an der Sache ist jedoch die Einbindung in derzeit gängige Applikationen und System. Die vom Vortragenden präsentierte Lösung scheint derzeit auf automatisch erzeugten Ordnern in Kombination mit symbolischen Links zu basieren. Eine weitere Möglichkeit wäre hier vermutlich Webdav, wodurch tatsächlich dynamisch Ordner “erzeugt” werden könnten; Webdav oder eine andere Form eines virtuellen Dateisystems.

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Danach wollte ich noch schnell ein paar Kleinigkeiten fürs Wochenende einkaufen, weshalb ich leider erst zum Social Event im Ginko (oder kurz davor zum allgemeinen Aufräumen) wieder dazu gestoßen bin. Auf dem Weg zu Ginko und in weiterer Folge auch dort hat sich alles um Segways gedreht und wie sehr wir alle gerne eines hätten … wenn da nicht der Preis wäre. 8.148EUR ist echt viel Geld.

Zweiter Tag: Jetzt erst recht

Auch am zweiten Tag habe ich, was Sessions angeht, irgendwie nicht wirklich mehr geschafft als am ersten Tag: Eine. OK, zwei ;-)

Zunächst war eine Diskussionsrunde von Ulrich Andres und Herwig Rollett über kollaborative Tools am Plan, in der eine Reihe von Tools zur Organisation von und zum Wissensaustausch in Projekten vorgestellt wurde. Irgendwie wundert es mich immer wieder, wie wenig Leute eigentlich die Tools von Atlassian kennen. Ein für mich neues Tools, das hier erwähnt wurde, ist Pivotal Tracker, das erstens gratis ist und zweitens anscheinend mehr oder weniger auf SCRUM aufsetzt. Leider ist es kein richtiger Issue-Tracker, sondern verwaltet lediglich Stories.

Nach der Mittagspause wurde es etwas politischer mit einem Vortrag von Heinz Wittenbrink und Julian Ausserhofer über die OpenData-Bewegung in Österreich und der anschließenden Diskussion, wo es um die Offenlegung der von Ministerien usw. gesammelten Daten in einem einheitlichen, maschinenlesbaren (und idealerweise “maschinenverständlichen”) Format geht. Irgendwie muss ich gerade an einen Satz vom ersten Tag denken: “Ontologien sind wie Unterwäsche […]“. Das war irgendwie das erste mal, dass ich mich länger als ein paar Sekunden mit dem Begriff Open Gov Data auseinander gesetzt habe, und so kann ich von außen nur sagen: Hoffen wir einfach einmal, dass hier wirklich zur Abwechslung einmal eine einheitliche Ontologie herauskommt bzw. die Ontologien für die einzelnen Bereiche zumindest verwandt sind. Auf jeden Fall hat der Vortrag mein Interesse an dem Thema entfacht u.a. deshalb, da es eine der Vorzeige-Applikationen für das Semantic Web bzw. Linked Data werden dürfte. Ob wir es so weit schaffen, wie die Briten? Ich meine in absehbarer Zeit ;-)

Dritter Tag

Der letzte Tag war leider erwartungsgemäß deutlich schlechter besucht und es wurden auch nur 3 Tracks parallel angeboten (im Gegensatz zu 6 am zweiten Tag). Da ich irgendwie nur gewaltig schwer aus dem Bett rausgekommen bin am Morgen, habe ich auch am Sonntag nur eine Session besucht: Eine, wo jede® ein paar iPhone-Apps aufgezählt hat, die sie/er verwendet. Unglaublich, was es da alles gibt :-) Die Liste aller erwähnten Apps findet sich auch auf dem Barcamp Graz-Wiki.

Alles in Allem war das Barcamp Graz 2010 eine wirklich tolle Veranstaltung mit einem echt tollem Venue :D Größenmässig war das sicher vergleichbar mit den Locations vom Barcamp Wien bei Microsoft oder dem Barcamp München vor ein paar Jahren in München. Ein großes Dankeschön an die Organisatoren und hoffentlich auf ein Neues im nächsten Jahr.

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